Island

ISLAND

Island ist eine seit 1944 unabhängige Demokratische Republik, hat 25 Prozent der Fläche der BRD, aber mit 350000 nur so viel  Bevölkerung wie Bielefeld. Das europäische Land lehnt eine EU-Mitgliedschaft ab. Es berührt den Nördlichen Polarkreis und hat deshalb lange harte Winter – etwas abgemildert durch den Golfstrom. Große Teile Islands sind Lavafelder oder Gletscher, trotzdem hat es eine erstaunlich gute Infrastruktur geschaffen. Der Bildungsstand der Bevölkerung ist hoch. Die Wirtschaft basiert vor allem auf Fischfang und -verarbeitung, auf Touristik und auf Industrie, die den billigen Strom nutzt. Nur Energie kostet wenig, ansonsten sind fast alle Preise sehr hoch.

Vom Satelliten aus stellt sich Island so dar:

Unsere Route. Busreise. Gesamtstrecke ca. 3200 km.

Flughafen Keflavik:SSJ100 Keflavik runways (5160518757).jpg
Erste Bekanntschaft mit riesigen Lavafeldern auf der Fahrt zum Hotel in Reykjavik.

Thingvellir. Hier tagte das isländische Parlament vom 10. bis zum 18. Jahrhundert!

Man sieht vor Ort nur noch eine von Natur aus terassierte Basaltfläche und die gewaltige Basaltwand, die für die Versammlungen eine gute Akustik sicherte und vor der der Stuhl des gewählten Stammeshäuptlings stand.

Gleich daneben sieht man den Riss in der Almannagjá-Schlucht , der durch das Auseinanderdriften der eurasischen und der nordamerikanischen Platte verursacht wird und diagonal durch Island läuft:

Der Riss in Südrichtung:

In Nordrichtung:

In der Nähe kommt man zu den Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss, von Gletschern gespeist.

Auf der Strecke sahen wir auch eines der Geothermie-Kraftwerke Islands. Es hat eine Leistung von 62 MW Strom und liefert  74 km weit Heißwasser.

Saxhóll: 

Endlose Brocken-Lavafelder, die der Vulkan unter dem Snæfellsjökull gebildet hat:
Der Gatklettur ist ein bemooster Lavasteinbogen:

In der Nähe entdeckten wir Schnee-Enzian.

Stykkishólmur, die Anlegestelle für Fähren auf die Westfjorde.
Hier ist die Stätte, wo wahrscheinlich der Norweger Flóki Vilgerðarson im 9. Jahrhundert gelandet ist und die Besiedlung Islands eröffnet hat.

Am Leuchturmfelsen in Stykkishólmur sieht man verwitterte Basaltsäulen. Säulenbasalt entsteht bei verzögerter Abkühlung von Lava und ist an anderen Stellen noch viel regelmäßiger zu finden. 

Nach drei Stunden Überfahrt nach Brjánslækur erreichten wir später Látrabjarg, den westlichsten Punkt Europas (bis Grönland sind es nur noch ca. 360 km). Hier sind die Klippen 450 m hoch.

Zu den Millionen brütender Vögel gehören auch die Papageitaucher. Nach der Brutzeit –  Ende Juli –  ziehen sie aufs offene Meer hinaus. Wir bekamen aber noch einen nah vor die Linse. 

Eine Postkarte zeigt ein Bild eines Papageitauchers mit der Lieblingsspeise, Sandaale. Um sie im Untergrund zu fangen, tauchen die Vögel bis zu 30 m tief.


Wir verbrachten den ganzen Tag in den Westfjorden, die im langen isländischen Winter unter 5 bis 6 m hohen Schneeschichten begraben liegen und vom Festland abgeschnitten sind.

Die Stufen des Wasserfalls Dynjandi sind insgesamt 100 m hoch.

Auf rauen Bergstraßen fahrend sahen wir einige Fjorde, alle berauschend schön.

Im naturheißen Wasser baden konnte man unterwegs auch. In diesem kleinen Lehmpool hatte das Wasser über 40 °C.

Durch Islands längsten Tunnel (7 km) ging es nach Isafjördur, den größten Ort auf den Westfjorden. Hier wird gezeigt, wie Kabeljau traditionell zu Trockenfisch verarbeitet wird: Mit viel Salz pökeln, zuletzt auf den Klippen trocknen („Klippfisch“).


In den Westfjorden entdeckten wir immer wieder Seehunde, Wollgras an allen feuchten Plätzen. 


Der Wasserfall im Canyon Kolugljúfur:

Auch hier sieht man einen Wasserfall, der sich tief ins Gestein gesägt hat.

Hier sieht man besonders deutlich den geologischen Aufbau der Insel: Viele Lava-Basalt-Schichten, die durch vulkanische Ascheschichten voneinander getrennt sind. Island soll vor 16 Millionen Jahren durch einen riesigen Vulkanausbruch entstanden sein. Durch viele weitere Ausbrüche wurden die Schichten erzeugt:

Wasservögel waren, besonders in den Fjorden, überall zu sehen.

Die interessantesten von ihnen, die Eiderenten, boten uns keine gute Gelegenheit zum Fotografieren. Deshalb zeigen wir sie mit einem Bild aus Wikipedia:

Sie bieten den Bauern – heute weniger als früher – einen Nebenerwerb durch das Einsammeln und Reinigen der Daunen, die von den Weibchen während der Brutzeit abgesondert werden und zum Auspolstern des Nestes dienen. Ca. 700 Nester erbringen 1 kg, das einen Marktwert von etwa 5000 Euro hat! 


Der Museumshof Glaumbær zeigt Gebäude, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert in der alten Torfrasenbauweise errichtet wurden. Nur die Fassaden sind modern.



Neben dem Museum gibt es einen Friedhof. Hier ein Grabmal mit typischer Beschriftung:

Die Bischofskirche in Hólar, einem winzigen Ort, ist die älteste Steinkirche Islands. Hólar gilt als Wiege des isländischen Buchdrucks, war bis 1801 (evangelischer) Bischofssitz, es residierten 36 Bischöfe hier.

Eine orginal isländisch übersetzte Bibel, die Gudbrandsbibel, gedruckt 1584, liegt hier offen aus!

Dem Schriftsteller Jón Sveinsson (bekannt für „Nonni“) ist hier ein Denkmal errichtet worden.

Der Godafoss. Dorthinein sollen im Zuge der Christianisierung heidnische Kostbarkeiten entsorgt worden sein.

Weiter ging die Fahrt zum Mývatn (Mücken-See) und Umgebung:

Nach Egilsstadir fuhren wir über Husavik. In der Umgebung von Husavik sind riesige Lavafelder, die noch vom Ausbruch des Ludentsborgir (nahe Mývatn) vor 2000 Jahren stammen. Die Lava floss damals 60 km weit bis zur Küste.

Unterwegs Aluminium– und Silizium-Fabriken, die natürlich mit Geothermie-Strom arbeiten…

In dem unfassbar gewaltigen Canyon bei Ásbyrgi säumen kilometerlange, bis zu 100 m hohe Steilwände eine Art Tal mit windstillem milden Klima. Wir konnten reichlich Blaubeeren pflücken.

Anschließend ging es zum Dettifoss, dem wasserreichsten Wasserfall Europas. Er ist zwar „nur“ 45 m hoch, liefert aber über 200 m³ Wasser pro Sekunde. Auch rundherum sind bis zum Horizont nur Basaltfelsen zu sehen. Außerhalb der geräumten Wege machen Felsbrocken ein Durchkommen unmöglich.

 


Auf dem Weg von Eglisstadir nach (zunächst) Höfn sahen wir wieder einmal Fischfarmen. In ihnen werden große Mengen Lachse, Kabeljaue und Seehasen produziert. Die Letzteren nur, weil sie den Ersteren die Parasiten vom Fell fressen, weshalb sie so große Bedeutung haben, dass sie auf der Rückseite der 100-Kronen-Münze abgebildet wurden.

Die von der eben beschriebenen Flutwelle und ihren Vorgängern geschaffene Sander-Ebene ist gewaltig – etwa 1000 km2 groß!

Fast ebenso groß (540 km2) ist das größte Lavafeld der Welt, das wir durchfuhren. Es entstand 1783 beim Ausbruch der 25 km langen Laki-Spalte. Die Lavaschicht ist im Durchschnitt 30 m dick!

In der jüngeren Vergangenheit (2014) gab es einen Ausbruch im Feld Holuhraun, etwas nördlich vom Vatnajökull. Der Lavastrom bedeckte „nur“ 85 km2.

Die nahezu einzige Pflanze, die auf den Lavafeldern fast alles bedeckt,  ist das auch sonst weit verbreitete Zackenmützenmoos.

Die Fahrt ging anschließend ins Hochland über schmale, steinige Pisten in die Feuerschlucht Eldgja.

Dann kamen wir, nach zig Kilometern holprigster Bergstraße, nach Landmannalaugar. Dort waren viele Touristen auch mit Zelten und Wohnmobilen zu sehen.

Immerhin war es unser erster Reisetag mit Kälte + Regen. Aber die gewaltigen Obsidian-Berge entschädigten uns für die Unannehmlichkeiten.


Obsidian ist schnell,  glasartig erstarrte Lava. In der Steinzeit wurde dieser Halbedelstein wegen seiner Härte und Spaltbarkeit für die Herstellung von Werkzeugen verwendet.

 

Die Fahrt ging viele Kilometer durch das Urstromtal Thorsmörk. Es wird vom Schmelzwasser des Myrdalsjökull, zum Teil auch des benachbarten Eyjafjallajökull gespeist. Zumeist ist es kilometerbreit. Das Schmelzwasser führt viel Geröll mit, so dass das Flussbett täglich neue Formen bildet. Daher gibt es keine festen, sondern nur bewegliche Fußgängerbrücken, die nach Bedarf aufgestellt werden.

Die „Straße“ geht rückgratmordend über wohl 10 km. Bis zu 100 m weite Wasserstrecken müssen durchfahren werden. Unser Fahrer schaffte alles.

Das Urstromtal verläuft etwa zwischen dem Myrdalsjökull

… und dem Eyjafjallajökull, der bekanntlich 2010 durch einen Ausbruch mit gewaltigen Asche-Emissionen tagelang weltweit Flugausfälle bewirkte. Dazu ein Bild aus Wikipedia:

Bei unserem Ausflug zeigte er sich friedlich:

Gegen Ende des Urstromtals rasteten wir in der Station Thorsmörk, die sogar Endstation eines Linienbusses und Ausgangspunkt für Wanderungen ist.

Ein Highlight war dann natürlich der Seljalandsfoss, der 65 m hohe Wasserfall, auf dessen Rückseite man hindurchgehen kann.

Nur 5 Minuten Fußweg entfernt ist ein weiterer, der Gljúfrabúi-Wasserfall. Er wirkt versteckt, ist aber von Mutigen durch einen Felsspalt zu begehen und sozusagen von innen zu bewundern:

Ziemlich nass wird man an beiden Wasserfällen.

Zum Abschluss des Tages sahen wir noch den Urrithafoss, einen breiten Wasserfall mit mehreren Stufen, über die Lachse hochwandern können.


Wir standen am Gullfoss, einem zweistufigem Wasserfall.


Unterhalb des Wasserfalls ist der Hvitá, so heißt der das Wasser spendende Fluss, zwar ganz ruhig, aber immer noch interessant auch wegen der Tuff-Wände. Der Tuff zieht sich bis in das gestern gesehene Urstromtal hinüber. 

Anschließend waren wir am Geysir, der zwar nicht der Größte seiner Art, aber ihr Namengeber ist. Er war wenig springfreudig. Der unmittelbar benachbarte Strokkur machte das aber wett. Unserer Mitreisenden Lucie gelangen diese Fotos: Zunächst erscheint eine blaue Blase, dann erfolgt der Ausbruch.


Wir nutzten den etwas regnerischen Tag für Erkundungen in der Metropole Reykjavik.

Nicht ausgelassen haben wir das Wahrzeichen der Hauptstadt, die Hallgrimskirkja.

Die Stadt ist modern, sehr sauber und hat viele hochinteressante Bauwerke.

Dieses Foto zeigt einen Teil der Einkaufsstraße Laugavegur!

Im Höfthi-Haus trafen sich 1986 Reagan und Gorbatschow. Das Treffen gilt als ausschlaggebend für das Ende des Kalten Krieges.


Der Flughafen Keflavik beeindruckte uns durch seine ruhige Atmosphäre. Auffallend sind die zwei Decken-Glasmosaike des Künstlers Leifur Breiðfjörð, wir zeigen eines davon („Icarus“):


WIR HATTEN EINE GROSSARTIGE REISE!