Rhône-Flussfahrt

 

 

27.09. bis 07.10.2021

Unsere Flusskreuzfahrt
auf der Rhône und der Saône

 

Flug von Düsseldorf nach Lyon.

Der Reiseplan: Von Lyon aus mit dem MS Annabelle zunächst nach Norden, den schiffbaren Teil der Saône aufwärts, dann nach Süden die Saône und Rhône abwärts. Dabei Tagesausflüge mit dem Bus.

 

Vom Flughafen Lyon Saint-Exupéry aus kommt man in die Großstadt Lyon (eine halbe Million Einwohner – mit dem Umland über zwei Millionen). Der Stadtteil La Part-Dieu ist ein besonders moderner mit dem Geschäfts- und Bankenviertel. Das übernächste Bild (aus Wikipedia) zeigt ihn von oben.

 

Am Liegeplatz der Annabelle hat die Rhône eine beachtliche Breite. 

 

So sieht die Annabelle in voller Schönheit auf dem Prospekt des Veranstalters Phönix aus:

 

Am Ankunftstage erkundeten wir die Umgebung. Ganz in der Nähe sahen wir die große Schwimmanlage mit den auffälligen Beleuchtungstürmen, das Centre nautique Tony Bertrand. Es wurde erbaut für die Kandidatur Lyons für die Olympischen Sommerspiele 1968 und inzwischen auf einen hochmodernen Stand gebracht. 

 

Unsere Kabine ließ nichts zu wünschen übrig, wie überhaupt eigentlich alles gut war, der Service, die Vergabe fester Tischplätze (wir hatten zwei angenehme Tisch-Nachbarinnen) für die gesamte Reisezeit und besonders auch die Küche!


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Das Highlight des zweiten Tages war die Busfahrt von Mâcon – dorthin war die Annabelle über Nacht gefahren – zur Abtei Cluny. Unterwegs sahen wir die superschnellen TGV-Züge, aber auch friedlich weidende Rinder der Charolais-Rasse, weiße Tiere aus der Umgebung von Charolles, deren Fleisch besonders schmackhaft sein soll.

 

Unmittelbar vor der Abtei hätten wir den Geschmackstest machen können…

 

Die Abtei Cluny lässt die außerordentliche Bedeutung, die sie  in der Vergangenheit hatte, immer noch spüren, obwohl nur noch ein Zehntel der Bausubstanz vorhanden ist. Das Meiste ging in der Nach-Revolutionszeit verloren, als die Gebäude als Steinbruch verwertet wurden.

 

Das Modell zeigt die nach dem 11. Jahrhundert entstandene Ausdehnung.

 

Dieses Modell zeigt, stärker eingefärbt (unten und rechts oben), die noch erhaltenen Gebäudeteile:

 

Das hier rot markierte Seitenschiff ist, in Teilen restauriert, besonders beeindruckend:

 

Hier noch einer der üppig gestalteten Wasserspeier:

 

 

Heute ist in der Abtei die Ecole Nationale Superieure d’Arts et Métiers untergebracht, wie man über dem Eingang lesen kann. Sie gehört zur Elitehochschule Arts et Métiers ParisTech . Die französischen Grandes Écoles werden im Allgemeinen höher bewertet als die Universitäten!

 

Eine stolze Meldung der Hochschule:

 

Die Studenten tragen besondere Kutten. Sie werden in zwei vorbereitenden Jahren hart herangenommen und ausgesiebt, so dass im eigentlichen Studium praktisch jeder zum Abschluss kommt und dann hervorragende Karriere-Aussichten hat.

 

Diese Blickfänge im Pflaster weisen Touristen den Weg zu den Sehenswürdigkeiten:

 

Nach Cluny brachte uns der Bus nach Chalon-sur-Saône. Unterwegs erzählte unsere Führerin von der spätmittelalterlichen rührenden Geschichte um Abaelard und seine Schülerin Heloise, die sich in dieser Region abgespielt haben soll.
Und noch etwas ganz anderes Regionales: Das Bressehuhn, nach der Landschaft Bresse benannt. Roter Kopf, weiße Federn, blaue Beine erinnern an die Nationalfarben Frankreichs. Das Huhn wird mit Bodenhaltung aufgezogen und erst in seinen letzten zwei Wochen gemästet. Dann ist es eine Gourmet-Spezialität. Über eine Million davon werden alljährlich „hergestellt“.

 

Chalon-sur-Saône (wohin unser Schiff inzwischen gefahren war), ist eine Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern und einer hochkomplexen Geschichte. Man ist stolz auf den Photographie-Erfinder Nicéphore Niépce und ehrt ihn mit einem großen Museum. Bemerkenswert sind viele Gebäude und die Kathedrale St. Vincent:


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Am 3. Tag, dem 29.09., haben wir uns Ruhe gegönnt und nur noch einmal Chalon-sur-Saône durchwandert, diesmal ungeführt. 

 

Die gewaltigen Lampen mit den auffälligen Säulen wurden vom Stahlhersteller Schneider gespendet.

 

Das Museum Vivant Denon zeigt eine Kunst- und Archäologiesammlung.

 

Ab Mittag mussten wir zurück an Bord sein: Es ging zurück nach Lyon – eine beschauliche Flussfahrt.
Von den Landschaften her gesehen kamen wir also aus Burgund in die Auvergne und waren später, im Süden, in der Provence.

Man sieht im nächsten Bild, dass man schon bei kleineren Schiffen darüber nachdenken konnte, ob die Höhe der Brücken immer für die Durchfahrt reicht. Auf unserem Schiff musste oft auf dem Sonnendeck aufwendig alles weggeräumt oder flachgelegt werden.

 

Die Schleusen-Passagen waren oft interessant. Auf der Saône-Strecke hatten wir drei, auf der anschließenden Rhône-Strecke zwölf Schleusen, und das jeweils in beiden Richtungen!

 

Überraschung in der Kabine: Unser Service-Personal hinterließ oft originelle Handtuch-Kunstwerke:

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Der 4. Tag war Lyon und insbesondere dessen Wahrzeichen, der Basilika Notre-Dame de Fourvière, gewidmet. Sie wurde erst ab 1872 neben der sehr viel älteren Kapelle gebaut, aus Dankbarkeit dafür, dass Lyon im deutsch-französischen Krieg 1870/71 von preußischer Besetzung verschont geblieben war.

 

Ausschließlich private Sponsoren sollen die im historistisch-eklektizistischen Stil erbaute Kirche finanziert und bis heute erhalten haben. Sie ist unerhört prächtig, man versteht, dass sie zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört!

 

Die Notre-Dame de Fourvière überragt Lyon im wörtlichen Sinne. Das gilt auch für den 1892–94 errichteten „kleinen Eiffelturm“, den Tour métallique de Fourvière. Er soll als antiklerikaler Gegenakzent zur Basilika gedacht sein, aber angeblich auch als Ersatz des Pariser Originals dienen für Lyoner, die sich die Reise zur Hauptstadt nicht leisten können oder wollen…

 

In der Altstadt waren viele interessante Geschäfte zu entdecken.

 

Lyon ist eine Seidenweberstadt!

 

Alte Gebäude mit historischem Hintergrund: Hier der Treppenturm „Tour Rose“.

 

Als touristische Attraktion gelten auch die Museen für Stadtgeschichte (MHL) und Marionettenkunst (MAM) Gadagne, vor deren Eingang die Horloge Charvet, auch „Horloge aux Guignols“ (Guignols sind die Kasper des Puppenspiels) genannt, steht. Sie wurde vor über 150 Jahren gebaut, aber zuletzt in diesem Jahr verfeinert und restauriert. Bemerkenswert fanden wir auch ihr Glockenspiel mit sich bewegenden Figuren!

Wir lernten auch eine Traboule kennen: einen Durchgang durch die Häuser und Innenhöfe hindurch, mit dem man auf eine andere Straße kommt. Die Traboules halfen, mit der Enge und dem Platzbedarf in der Altstadt zurechtzukommen.

 

Aber Lyon ist natürlich auch in der Gegenwart angekommen, wie die öffentlich reichlich angebotenen Elektro-Fahrräder zeigen:

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Der 5. Reisetag (1. Oktober).
In der Nacht hatte die Annabelle von Lyon aus die Fahrt flussabwärts angetreten. Auf dieser Route wurden wir zunächst in Le Pouzin gleich nach dem Frühstück zum Busausflug in die „Schluchten der Ardèche“ entlassen.

 

Ardèche steht sowohl für das Département Ardèche als auch für den Fluss, der dem Département seinen Namen gegeben hat. Die Schluchten ergeben sich daraus, dass die Ardéche sich durch das Zentralmassiv hindurchgearbeitet hat.

 

Ein Touristenmagnet ist der Ardéche-Durchbruch in Brückenform:

 

Ein Gemälde beschreibt die frühere Nutzung der Brücke.
Heute ist sie verboten.

 

Wir besuchten eine der großen Lavendel-Plantagen.
Bei dieser wird auch Lavendel-Öl gewonnen (durch Wasserdampf-Destillation).

 

Verkauft wird dort auch eine Vielzahl von Lavendel-Produkten.
Unsere Führerin sagte, nur die Lavendel-Variante Aspic (Lavandula Latifolia) sei besonders heilsam, sie habe damit ihre Arthrose oder sogar Arthritis erfolgreich behandelt…


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Am 6. Tag lagen wir mit dem Schiff bereits in Avignon. Die Stadt hat knapp 100.000 Einwohner.
Sie ist vor allem dadurch bekannt, dass sie von 1309 – 1377 und dann noch einmal von 1379 – 1411  Papstsitz war.
Oder noch mehr durch „Sur le Pont d’Avignon“? Wir erfuhren, dass „sur“ auf einem Übermittlungsfehler beruht, richtig wäre „sous“. Man tanzte, wenn überhaupt, unter der Rhône-Brücke Pont Saint-Bénézet, nicht auf ihr!

 

Die Brücke stammt aus dem 12. Jahrhundert, hatte 22 Bögen und war mit über 900 m lange Zeit die längste Brücke Europas. Kriege und Hochwasser führten immer wieder zu Zerstörungen, bis sie im 17. Jahrhundert aufgegeben wurde. Es gibt nur noch 4 Bögen. Auf einem der Pfeiler wurde eine Doppelkapelle gebaut.

 

Ein alter Stich (1840) aus Wikipedia verdeutlicht die Situation: 

 

Die gewaltige Stadtmauer aus der Zeit der Päpste hat auch die Aufgabe, gegen das Rhône-Hochwasser zu schützen.

 

Man sieht es nicht, aber auch wir haben die Rundfahrt durch das quicklebendige Avignon genossen.

 

Neben dem Papstpalast, auf einem Felsenhügel, befindet sich die Kathedrale von Avignon oder Cathédrale Notre-Dame des Doms d’Avignon, die sowohl von den Päpsten benutzt wurde, als auch heute Sitz des Erzbischofs von Avignon ist. Gekrönt wird sie von einer fast 5 Tonnen schweren vergoldeten Statue, die (nur) die Jungfrau Maria zeigt.

(aus Wikipedia)

 

Wir haben natürlich den Weg nach oben nicht gescheut und haben die Kathedrale  – sie wurde im 12. Jahrhundert begründet und ist überwiegend romanisch  –  auch innen angeschaut. Sie wirkt auf den ersten Blick erstaunlich zurückhaltend ausgestattet, ist aber voller historischer Schätze. Kein Wunder, dass sie, wie auch der Papstpalast und die Brücke von Avignon, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört! 

 

Von dort oben hat man auch einen Ausblick über die Gärten des Palastes hin zur Brücke von Avignon.

 

Diese Pracht gehört noch zu den Gärten.

 

7 Päpste und 2 Gegenpäpste residierten in Avignon!
Wenden wir uns ihrem Palast zu:

 

Hinter der Fassade verbirgt sich eine Fülle von meist gewaltigen Räumen, die zum Teil noch die originale Ausmalung und Ausstattung aufweisen oder andeuten.

 

Nur ein Beispiel: der Speisesaal

 

Hier werden historische Skulpturen aufbewahrt:

 

Vor dem Palast fand gerade eine Demonstration von Impf- und Impfpass-Gegnern statt.

 

Etwas bürgerlicher: ein beachtlich großer Töpfermarkt, an dessen Rand ein Didgeridoo-Bläser Geld zu erspielen suchte.


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Am 7. Tag, dem 3. Oktober, fuhren wir mit dem Bus nach Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs. Der früher sehr schlechte Ruf Marseilles gilt heute (fast) nur noch für die Banlieues, die Vororte. Ansonsten ist Marseille heute die Szenestadt, die durchaus auch viele Pariser zum Umzug verleitet. 

 

Ein MUSS für Marseille-Besucher ist die Basilika Notre-Dame de la Garde, die die Stadt überragt. Sie ist eine alljährlich von etwa 2 Millionen Menschen besuchte, im 19. Jahrhundert erbaute Wallfahrtskirche im neuromanisch-byzantinischen Stil. 

 

Unsere Fotos waren perspektivisch unbefriedigend, deshalb zeigen wir ein Bild aus Wikipedia:

 

An Details sieht man, dass Vorläufer der Basilika eine Festung und eine Kapelle waren und dass die Gesamtanlage meist auch militärische Bedeutung hatte.

 

Im August 1944 wurde sie den deutschen Truppen wieder abgenommen.

 

1947 wurde sie von Karol Józef Wojtyła, der 1978 Papst Johannes Paul II wurde, besucht.

 

Die 11 m hohe Statue zeigt Maria mit dem winkenden Jesuskind, eine sicher ungewöhnliche Darstellung.

 

Ein Teil der unglaublichen Fülle von Yachten im Hafen. In der Ferne wieder das Wahrzeichen Marseilles, die Notre-Dame de la Garde.

 

Ausblicke zum Mittelmeer. Hinten links immer, kaum erkennbar, das Château d’If auf der Île d’If, früher eine Gefängnis- und Festungsinsel, heute eines der Wahrzeichen Marseilles. Das dritte Bild zeigt die Insel deutlicher (aus Wikipedia).

 

Banales: Müllberge in der schönen Altstadt, weil die Müllwerker streikten.

 

Marseilles ist ein bedeutender Containerhafen. Das wird hier originell beworben:

 

Im Alten Hafen konnten wir angenehm flanieren und im Café einen Smoothie nehmen. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass durch die sich abzeichnenden Unwetter dort alles hoch überflutet war. Auch die Rhône führte zunehmendes Hochwasser, so dass das Unterfahren der Brücken kritischer wurde. Unser Schiff musste deshalb am nächsten Tag entgegen der Planung von Tarascon aus wieder nordwärts, nach Avignon, fahren. 

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Am 8. Tag starteten wir mit dem Bus (noch) von Tarascon aus in die Camargue. Das ist das etwa 600 km2 große Schwemmland zwischen den beiden Armen, mit denen die Rhône ab Arles bis zum Mittelmeer ein Delta bildet. 

 

Wir sahen die für die Camargue typischen weißen Pferde und die Flamingos (Foto aus Wikipedia) und Schilf und Tamarisken in großen Flächen, waren aber überrascht von den umfangreichen Reisfeldern. Die produzierte Reismenge ist so groß, dass sie den ganzen Bedarf Frankreichs decken könnte.

 

Eine Kleinstadt (2.000 Einwohner) in der Camargue, direkt am Mittelmeer gelegen,  ist Les Saintes-Maries-de-la-Mer. Sie ist eher unscheinbar, reizvoll ist die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-Mer und eben die Küstensituation. Der Name der Stadt geht darauf zurück, dass man dort im 15. Jahrhundert glaubte, Reliquien zweier Jüngerinnen Jesu (Maria Kleophae und Maria Salome) gefunden zu haben. Daraus entwickelte sich ein Marienkult. 

 

In der Krypta der Kirche befindet sich die Statue der schwarzen Sara. Sie ist die Schutzheilige der Gitans (das sind lt. Wikipedia hauptsächlich spanischstämmige Roma). Die Stadt ist Wallfahrtsziel für Verehrer der Marien und der Sara.

In der Camargue werden in den Manaden Kampfstiere gezüchtet, vorwiegend für den in der Provence üblichen unblutigen Stierkampf, aber auch für die spanische blutige Variante. Hier wird einer der berühmtesten, Vovo, mit einem Denkmal geehrt.

 

Auf der Rückfahrt zum Schiff kamen wir an Arles vorbei, der Stadt, in der, wie zeitweise auch in Saintes-Maries-de-la-Mer, Vincent van Gogh lebte und arbeitete.

Vincent van Gogh, „Das Meer bei Les Saintes-Maries-de-la-Mer“ (1888):

 

In Arles gibt es eine Fülle von Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit und dem Mittelalter. Das modernste architektonische Kunstwerk ist der 56 m hohen LUMA-Turm, gestiftet von Maja Hoffmann, der vermögenden Aktionärin von Hoffmann- La Roche. Die Kunst-Sammlerin und -Förderin investierte etwa 150 Mio Euro in das Projekt Luma Arles. Der Turm wurde gebaut von Frank O. Gehry, der sich mit dem Guggenheim-Museum in Bilbao und zahlreichen anderen Bauten in New York, Hannover, Düsseldorf, Herford und anderen Städten einen Namen machte. Die folgenden Bilder (aus Wikipedia) zeigen den LUMA-Turm und das Herforder MARTa


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Am 9. Tag – das Schiff lag inzwischen in La Voulte – machten wir einen Busausflug zum Garten des vom Zen-Buddhismus inspirierten Eric Borja. Der Zen-Garten darf sich „Jardin remarquable“ nennen, ein vom Kultusministerium vergebenes Prädikat.

 

Es wird nur von Hand gearbeitet, motorisierte Geräte sind tabu…

 

Zurück auf dem Schiff, das jetzt Kurs auf Vienne nahm, konnten wir wieder die interessanten Uferregionen mit vielen Weingärten sehen.

 

An mehreren Plätzen sahen wir AKWs – hier das AKW Cruas im Kanton Le Pouzin. Es erzeugt 24 Milliarden kWh pro Jahr.
Laut unserer Führerin zahlen die Franzosen 8 Cent pro kWh Strom. 

 

Zum Abend hin gab es mit Blick auf das baldige Ende der Reise einen Kapitäns-Cocktail mit einigen freundlichen Worten und schließlich – bei „leichter Eleganz“ – ein Gala-Abendessen vom Feinsten!


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Am 10. Tag lag das Schiff zunächst in Vienne. Wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust und waren am meisten beeindruckt von dem einzigen erhaltenen römischen Tempel in Frankreich. Er wurde um 40 n. Chr. dort errichtet.  


Korinthische Kapitelle

 

Ein modernes Kunstwerk an einer Ecke des Vorplatzes:

 

Abends dinierten wir im „Paul Bocuse“.
Man gönnt sich ja sonst nichts…

 

Die Karte lässt die Wirklichkeit nur erahnen:

 

Paul Bocuse, der vielleicht bekannteste Koch und Wegbereiter der Nouvelle Cuisine, lebt seit drei Jahren nicht mehr, aber das gilt nicht für sein Restaurant!

 

Zu einem edlen Chardonnay passte natürlich die Foie gras, die Stopfleber. Wir äßen sie normalerweise nicht, aber sie schmeckte hervorragend! 

 

Und dann das schon erwähnte Bresse-Huhn – köstlich!

 

Umfangreiche Käse– und Dessert-Platten wurden zu unserer Wahl an den Tisch gefahren. Kann man einen Tag großartiger beschließen?


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Am 11. Tag waren das Schiff und wir wieder in Lyon. Vor dem Rückflug nach Düsseldorf am Nachmittag eroberten wir noch ganz individuell die Umgebung der Anlegestelle und aßen Leckeres in einem der Straßenrestaurants.

 

Der Blick hinüber zur anderen Seite, dem Westufer der Rhône, zeigte in der Ferne die schon beschriebene Kathedrale Notre-Dame de Fourvière, etwas näher das Hôtel-Dieu, ein riesiges Krankenhaus, das im 15. Jahrhundert gebaut wurde und unter den damaligen Bedingungen seine Arbeit aufnahm. Es wurde 2010 geschlossen. Das Bild (aus Wikipedia) zeigt es in der Nacht.  


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Am 12. Tag, dem 8. Oktober, waren wir wieder in Düsseldorf und konnten vor der Heimfahrt die riesige Baustelle zwischen dem Hotel Maritim und dem Flughafen bestaunen. Hier entsteht der neue unterirdische Bahnhof der Stadtbahn.

Wir hatten
einen fantastisch schönen Urlaub! 

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Douro-Flussfahrt

 

Fluss-Kreuzfahrt auf dem Douro, Portugal,
vom 31.10. bis 07.11.2019

Immer wieder Dank an Wikipedia!

Portugal, amtlich Portugiesische Republik, ist ein europäischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. Als westlichster Punkt Kontinentaleuropas wird das Land im Osten und Norden von Spanien begrenzt, im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean. Zu Portugal gehören die Azoren und Madeira.
Das im 12. Jahrhundert gegründete Königreich Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer Großmacht auf und spielte eine wesentliche Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Die Erste Portugiesische Republik bestand von 1910 bis zum Militärputsch von General Gomes da Costa 1926. Danach stand das Land unter der autoritären Diktatur von António de Oliveira Salazar. Die Nelkenrevolution 1974 führte zum Sturz des Regimes und eröffnete den Weg zur demokratischen Dritten Republik. Portugal ist Mitglied der NATO, der OECD, der Vereinten Nationen, des Europarats, des Schengener Abkommens und der EU.
Die Währung ist der Euro.
Staatspräsident ist Marcelo Rebelo de Sousa.
Premierminister ist António Costa.

Portugal hat etwa 1/4 der Fläche und 1/8 der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland.


Der Duero
(portugiesischer Name Douro) (etwa 897 Kilometer lang) entspringt in der nordspanischen Provinz Soria auf 2080 Meter Höhe. Auf 112 km Länge bildet er die spanisch-portugiesische Grenze, an der die Flusslandschaft auf beiden Seiten in geschützten Naturparks liegt. Von hier aus fließt er 213 km in Portugal. Bei Porto und Vila Nova de Gaia mündet der Duero in den Atlantik.

Unsere Route führte von Porto
bis Vega Terron
(spanische Grenzstadt) und zurück.


1. Tag:  Vila Nova de Gaia und
Porto

Anreise und nachmittags Einschiffung.

Vom Flughafen Porto aus kamen wir mit dem Taxi zur Anlegestelle „unseres“ Schiffes in Vila Nova de Gaia, von wo aus man das gegenüber liegende Porto sehen kann.

Bis zur Einschiffung hatten wir noch etwas Zeit und fuhren deshalb mit der Gondel-Seilbahn hoch zu dem Berg, auf dem das Kloster Pilar liegt.

Von der oberen Station der Seilbahn aus kamen wir unmittelbar zu der  imposantesten der sechs Brücken Portos, der Ponte Dom Luis I.
Sie wurde von Schülern Eiffels 1881 – 86 erbaut.



Auf dieser Brücke fährt die Metro im Schritttempo. Man kann auch zu Fuß nach Porto hinüber gehen und kommt nahe der Kathedrale an. Wir hatten einen beeindruckenden Ausblick über den Douro, trotz des Nebels an unserem Ankunftstage.

Auf dem nächsten Bild sieht man die ca. 10 Jahre ältere Ponte Maria Pia, die 500 m weiter flussaufwärts liegt und an deren Bau Eiffel selbst beteiligt war.

Ohne Nebel sieht man Porto, so ein Internet-Foto, schöner.

Gaia, unser Einschiffungsort, hatte aber auch einiges zu bieten.


2. Tag: Porto – Entre-os-Rios

Vormittags Stadtrundfahrt/-gang durch das für den Portwein namensgebende Porto, dessen Altstadt immerhin auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Hier die Straßenbahn mit den z. T. 100 Jahre alten historischen Wagen:

Unerhört beeindruckend: der Bahnhof São Bento, mit über 20000 Kacheln geschmückt, die Ereignisse aus der Geschichte Portugals zeigen.



 

Die Kathedrale, im 12. Jh. romanisch begonnen, aber bis zum Rokoko in Teilen immer wieder umgestaltet:

Die zumindest zweitschönste Buchhandlung der Welt, die Livraria Lello, mit einer ca. 100 m langen Besucherschlange davor:

In puncto Innenansicht mussten wir uns leider mit einem Foto aus dem Internet begnügen.

Die Universität Porto wird von über 30000 Studierenden besucht.

Benachbart liegt die Kirche des dritten Ordens der Heiligen von Carmo. Das Gotteshaus im Rokokostil ist für seine einzigartige Seitenfassade bekannt. Sie ist vollständig mit Azulejos bedeckt, den blauweiß bemalten Kacheln, die für Portugal so typisch sind.

Wie bei allen portugiesischen Kirchen: prächtige Ausgestaltung des Innenraums!


Auffällige „ahornblättrige Platanen“ im Park des Jardim da Cordoaria. Die Verdickung des Stammes soll durch Schnittmaßnahmen entstanden sein…


Für uns Portugal-Besucher gab es nun einen Besuch in einer Kellerei, in der Portwein hergestellt wird, dessen Name doch von der Stadt Porto abgeleitet ist:
Wir besichtigten die gewaltigen Kellerräume von Ferreira (Jahresproduktion ca. 3 Millionen Flaschen) und kosteten auch, schreckten aber vor dem Kauf der wirklich alten Flaschen zurück…




Unser Mitreisender Lothar berichtete über ein Ölsardinen-Geschäft, in dem tausende Dosen aus teils sehr alten Jahrgängen angeboten wurden:


3. Tag: Entre-os-Rios – Bitetos – Régua – Lamego

Jetzt begann die eigentliche Flussfahrt mit dem MS Douro Cruiser.

Die Schleuse Carrapatello, die zweite von den fünf Schleusen, die wir zu durchfahren hatten, hebt das Schiff um 35 m!

Immer wieder überwältigende Brücken!

Der Douro musste sich immer wieder durch felsiges Gelände hindurcharbeiten. Granit bestimmt weitgehend die Uferlandschaften und ist dominantes Baumaterial.  

 

Es gibt aber natürlich auch ausgedehnte Weinhänge.
Oft verraten die Gebäude (hier: oben) gediegenen Wohlstand.
Insgesamt ist das Dourotal aber wenig besiedelt.

Auch nicht zu übersehen: Oliven-Plantagen.

Ausflug von Régua aus in das Pilgerstädtchen Lamego.
Die Rokoko-Wallfahrtskapelle von 1761 ist die berühmteste Attraktion Lamegos:

Auf der mit Azulejos geschmücktenTerrasse unterhalb der Kapelle wurde gerade ein Paar getraut:

Auf der Höhe der Terasse ist auch ein Brunnen mit bemerkenswerten Skulpturen:

Von der Terrasse aus geht es über 600 Stufen hinab in die Altstadt mit der Kathedrale.

In Lamego besuchten wir auch das bedeutende Museum mit vor allem viel Kirchen-Kunst.

Abends, wieder auf dem Schiff in Régua, eine Folklore-Veranstaltung mit einer guten Fado-Sängerin.


4. Tag: Régua – Vila Real – Pinhão

Vormittags Ausflug zum prachtvollen, barocken  Mateus-Palast (Casa de Mateus) in Vila Real mit seinem schönen, parkähnlichen Garten.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2b/MateusPalace1.jpg

Er erscheint vielfach auf den Etiketten des Mateus Rosé, von dem angeblich jedes Jahr 50 Millionen Flaschen verkauft werden:

 Wir stießen hier auch auf Hinweise auf Luís de Camões, der im 16.Jh. lebte und in Portugal so berühmt ist wie Goethe bei uns.

Camões wird als Nationaldichter Portugals verehrt. Sein Todestag, der 10. Juni, ist portugiesischer Nationalfeiertag!

In dem Mateus-Palast sahen wir viele Beweise für den Reichtum und den Kunstsinn der Besitzer, eindrucksvoll geschildert unter http://www.casademateus.com/sehenswuerdigkeiten-und-weintourismus/haus-und-kapelle/?lang=de

Die Decken der Räume sind aus Kastanienholz gefertigt. Es hat einen natürlichen Schutz gegen Schädlinge, deshalb sind die Teile noch in sehr gutem Zustand.
Die Bibliothek enthält über 5000 Bücher, zum großen Teil wertvolle Folianten.
Von den weiteren reichlich vorhandenen Kunstgegenständen hier nur ein Beispiel:

Der heutige Besitzer D. Fernando de Sousa Botelho de Albuquerque lebt angeblich nur mit seiner Frau im linken, für uns nicht zugänglichen, Flügel des Schlosses.
Der in einer Darstellung genannte Francisco war vermutlich sein Vorgänger, er starb 1966.


5. Tag: Vega Terrón / Barca d’Alva – Salamanca

Bus-Tagesausflug in die spanische Universitätsstadt Salamanca.

Der Douro ist nur bis zur Grenze (auf der spanischen Seite Vega Terrón, auf der portugiesischen Barca d’Alva) schiffbar. Eine Brücke, die Ponte Almirante Sarmento Rodrigues, führt hier über den Douro. Unter der Brücke ist „unser“ Schiff zu sehen:

Salamanca ist nicht nur Universitätsstadt mit 30000 Studierenden, sondern  eine lebendige Großstadt mit 150000 Einwohnern.
Auf dem nachfolgenden Bild sind die kulturellen Ereignisse im November angekündigt.

Die Plaza Mayor ist beeindruckend, zeigte sich aber an unserem Besuchstage ziemlich verhüllt. Deshalb ist das zweite Bild ein schöneres aus dem Internet.

Am Rande des quadratischen Platzes, vor dem Rathaus, sahen wir eine Demo – offenbar von Dudelsack (Gaita) -Bläsern – für ein besseres Rentensystem:

Wir hatten ein typisch portugiesisches Mittagessen im Hotel Alameda mit anschließenden Flamenco-Darbietungen.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Salamancas gehört das Haus der Muscheln, ein Stadtpalast, um 1500 gebaut, mit 400 aus Stein gehauenen Muscheln an der Fassade.


Salamancas Universität wurde vor 800 Jahren gegründet, sie ist die älteste Spaniens.
Die Fassade der Uni, wie auch das Haus der Muscheln etwa 500 Jahre alt und im plateresken Stil (ein Architektur-Stil der spanischen Frührenaissance) erbaut, ist ein „Gedicht in Stein“.
Die detailreichen Steinmetzarbeiten sind möglich durch die Verwendung des regionalen Sandsteins, der bei der Bearbeitung sehr weich ist, aber später an der Luft aushärtet.

Nur eines der großartigen Details an der Uni-Fassade, genau über der mittleren Säule des Eingangs:

Die Alte Kathedrale aus dem 12. Jh. wurde 400 Jahre später durch die angrenzende Neue Kathedrale ergänzt. Der Gesamtkomplex ist hier auf einem Internet-Foto zu sehen. 

Die Kathedralen sind voller Pracht, die in der hier gebotenen Kürze nicht zu beschreiben ist.

Die Kuppel, 79 m hoch:

53 Bildtafeln über dem Hauptaltar der Alten Kathedrale!

Bei der Restaurierung der Säulen im Eingang der Neuen Kathedrale vor ca. 30 Jahren hatte der Steinmetz freie Hand und hier einen Raumfahrer eingefügt.


6. Tag: Vega Terrón/Barca d’Alva – Castelo Rodrigo – Pocinho – Pinhão

Wir machten einen Busausflug nach Castelo Rodrigo, eine der historischen Kirchengemeinden Portugals.
Die Fahrt führte durch bergiges Land mit Oliven-Plantagen.


Die zahlreichen auffälligen runden Gebäude wurden traditionell für die Tauben-Zucht gebaut:

Von der geschichtsträchtigen Burgruine aus, von einer Christus-Statue bewacht, sieht man das Castelo Rodrigo auf dem vorgelagerten Berg.

Kurz bevor man im Castelo ankommt, sieht man es durch einen Werberahmen:

Das Castelo Rodrigo ist eine von Mauern umgebene Kleinststadt mit viel Geschichte. Heute leben hier, innerhalb der Mauern, nur 40 Menschen, die kleine Geschäfte oder Restaurants betreiben.

Die kleine Kirche zeigt u. a. Santiago, den Maurentöter, ein beliebtes historisches Motiv.

Der Schandpfahl:

In Spanien wird Kork nicht nur zu Korken verarbeitet, sondern auch zu Taschen, Schmuck und vielen anderen Produkten.


Am späten Nachmittag kurzer Stadtrundgang durch das beschauliche Pinhão mit Besichtigung des berühmten, mit Azulejos geschmückten Bahnhofs:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ef/Pinh%C3%A3o_Bahnhof.jpg
Von Heigeheige – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79106911


Abends Besuch der traditionellen Quinta Avessada (Weingut) mit Abendessen.
Im Museumsteil der Quinta wurde uns mit lebensgroßen Puppen gezeigt, wie früher – und in traditionellen Betrieben (lt. Internet z. B. Taylor’s) auch heute noch – die Trauben zertreten werden.

Der Besitzer der Quinta unterhielt uns in Mr.-Bean-Manier.


7. Tag: Pinhão – Porto

Vormittags Panoramakreuzfahrt zurück nach Porto.

Wir fuhren also noch einmal durch die 5 Schleusen, immer wieder beeindruckend!


Gaia und Porto hatten uns wieder.

Ein Blick noch auf ein typisches historisches Weinboot

und auf unsere Kabine:

Die Option, den Douro um Porto herum vom Hubschrauber aus zu erleben, fiel aus technischen Gründen aus. Aber wir zeigen mit zwei Bildern des Veranstalters, was wir gesehen hätten


8. Tag: Porto

Morgens Ausschiffung und Rückflug nach Düsseldorf.

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Wir hatten eine schöne Reise!

 

Costa de la Luz: Novo Sancti Petri

 

Novo Sancti Petri

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27. Dezember 2017

Flug Düsseldorf >> Jerez de la Frontera. Bustransfer zum Hotel Iberostar Royal Andalus in Novo Sancti Petri, einem Stadtteil von Chiclana de la Frontera, zugleich einer der größten Badeorte an der Costa de la Luz. Anscheinend auch ein „Hotspot“ für Golfer.


Blick vom Balkon. Temperatur knapp 20 °C, windig, aber angenehm.


Blick vom Strand zum Hotel. Mit Seepferd.


Kurzer Fußweg vom Hotel zu städtischen Teilen von Novo Sancti Petri – mäßig belebt.


Im Hotel: Gang zu unserem Zimmer auf unserer Etage, wunderschön begrünt.

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28. Dezember


Beeindruckende Brandung. Schöner Spaziergang durch die Dünen. Ausflug nach Chiclana. Man spürt, dass nicht Hauptsaison ist – geöffnete Cafés muss man suchen.


Störche nisten auf einigen Gebäuden.

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29. Dezember

Ausflug nach Cádiz über Chiclana, immer einfach mit dem Linienbus. In Cádiz haben wir auch einen Hop-On-Hop-Off-Trip gemacht.

Cádiz ist mit ca. 120000 Einwohnern zwar kleiner als Bielefeld, aber viel geschichtsträchtiger. Legende ist, dass Herkules es erschaffen habe, jedoch belegt ist, dass die Phönizier es vor rund 3000 Jahren begründeten.

Die Plaza de San Juan de Dios ( auch „la Corredera„)   mit – vorne – dem Denkmal für Segismundo Moret, der vor reichlich 100 Jahren mehrmals Ministerpräsident war, und dem Rathaus im Hintergrund. 


Weltweite Forderungen.


Am nach der heiligen Maria benannten Strand warteten Dutzende von Surfern auf die Welle…


Die Neue Kathedrale, im 17. Jahrhundert errichtet, aber schon wieder mit deutlichem Sanierungsbedarf – innen waren große Netze gespannt, um aus dem Gewölbe herabfallendes Material aufzufangen.



Tierisches.

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30. Dezember

Faulenzen, Lesen und so weiter? Das war die Grobplanung, aber wir haben dann noch einen langen Spaziergang vom Hotel aus auf dem endlosen Sandstrand gemacht und genossen! Der Strand ist breit, feinsandig, von Muscheln durchsetzt, von Dünen gesäumt und reicht offenbar viele Kilometer weit, Richtung Norden wohl bis Cádiz.


In der Ferne kann man Markantes sehen, das wir zunächst für einen Teil von Cádiz gehalten haben. Aber Wikipedia sagt unter Chiclada: Auf einer vorgelagerten Insel liegt das Castillo de Sancti Petri. Diese Insel ist durch seine [des Castillos] Verbindung zu dem antiken Helden Herakles bekannt geworden, der in dessen Nähe zwei seiner Heldentaten verbracht haben soll.





Merle ist heute 4 Tage alt!

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31. Dezember 2017

Silvester in Novo Sancti Petri.

Wir sind wieder auf dem endlosen, wunderschönen Strand gewandert, haben harte Badende bewundert und Jahreswechsel-Botschaften in den nassen Sand „gemeißelt“. Und natürlich zahllose gute Wünsche empfangen und abgeschickt.


Tolle Brandung mit Seehund…

Dann abends das Galadiner, opulent und festlich, alles vom Feinsten!




Das Menü war noch viel länger…

Den festlichen Rummel gegen 24 Uhr haben wir dann eher passiv erlebt.

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1. Januar 2018!

Feliz año nuovo!  – Überall!

Wir sind wieder auf dem wunderschönen Strand und in den Dünen und auf den von Golfplätzen (es soll hier an die 30 geben) gesäumten Straßen gewandert, gefühlte 10 km. Es ist herrlich hier!




Nur ein kleiner Teil des Angebots!


Sonne ohne Ende. Wir lesen, trinken Kaffee, füllen die Homepage, fühlen uns privilegiert. Gute Vorzeichen für 2018, wir sind uns da sicher!

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2. Januar 2018

Wir sind noch einmal nach Chiclada gefahren, das wir am 28. Dezember etwas schläfrig fanden. Und siehe da: Die Geschäfte öffnen nachmittags erst um 17 oder 17:30 Uhr, und dann brodelt die Stadt geradezu! Geschäftigkeit und fröhliche Menschen überall!




Mit diesem Bähnchen, voll mit zahlreichen singenden und jubelnden Kindern, haben wir eine Rundfahrt gemacht. Weihnachts-Musik ohne Ende – das Fest geht in Spanien ja bis zum 6. Januar.

Dental-“Kliniken“ an fast jeder Straßenecke. Man wird an Ungarn erinnert, wo ja wohl Discount-Medizin angeboten wird.

Wieder einmal ein schöner Tag!

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3. Januar 2018

Schwerpunkt des Tages war eine im Hotel gebuchte (Klein-) Busfahrt nach Sevilla, das ca. 150 km landeinwärts liegt. Wieder hatten wir zwar anfangs bedecktes, später aber sonniges Wetter – wir haben in diesem Urlaub bisher keinen Regentropfen abgekriegt!

Wir sahen unterwegs die umfangreichen Feuchtgebiete, in denen die Zugvögel rasten und Nahrung aufnehmen vor dem Überwinden der Straße von Gibraltar auf ihrem Weg nach Afrika. Eine große Gruppe Flamingos hätte eigentlich schon weitergezogen sein sollen. In großen Becken wird auch heute noch Salz gewonnen. Man ahnt auch den Nationalpark Doñana – Biosphärenreservat, Weltnaturerbe und Vogelparadies – der etwas nordwestlich unserer Fahrstrecke liegt.

Sevilla ist eine unglaublich interessante und schöne Stadt mit etwa 700000 Einwohnern. Sie liegt am Guadalquivir, der von der Mündung in der Bucht von Cádiz aus nur bis Sevilla auch für Hochseeschiffe schiffbar ist.

Wir waren überwältigt von den zahlreichen Zeugen der höchst vielfältigen Geschichte. Starker Einfluss maurischer Architektur. Man sollte wenigstens eine Woche Zeit haben…


Auch im Pflaster Hinweise auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela.


Große Eisbahn und mehr. Hier ist ja Vorweihnachtszeit!



Großartige Fassaden, oft mit maurischen Stilelementen. Die Spanier wissen den großen kulturellen Einfluss der Mauren, die ja fast 8 Jahrhunderte in Spanien lebten, aber 1492 endgültig vertrieben wurden, zu schätzen.


Die  Kathedrale – von Südost, aus Wikipedia. Als Amateur kann man die Wucht kaum einfangen: Größte gotische Kirche Spaniens, Weltkulturerbe, 15. Jh. erbaut. Der Glockenturm („Giralda„) war früher Minarett, hat innen eine wendeltreppenartige Rampe bis 70 m Höhe für Materialtransporte, aber auch für den Esel-reitenden Muezzin – er musste schließlich mehrmals täglich nach oben!



Zwischendurch: Zahlreiche prächtig tragende Bitter-Orangen-Bäume (Pomeranzen). 
Und gewaltige Gummibäume (Ficus elastica).


Die riesige Anlage, die zur iberoamerikanischen Weltausstellung 1929 errichtet wurde.




Kunstvolle Bezüge auf jede Region!


Auf der Rückfahrt: Auch die Autobahn wird von Pinien besäumt.

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4. Januar 2018

Ausruhen. Bummeln am Strand und im Ort.

Wir haben den Canyon-artigen Teil der Dünen erkundet.

Schöner Abschluss eines wunderschönen Urlaubs! 

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5. Januar 2018

Rückflug (Jerez >> Düsseldorf) und -fahrt.


In Jerez: M. H., ein freundlicher Herr aus Münster, fotografierte uns auf dem Weg zum Flieger. Wir hatten ihn am Vortag als Paraglider abgelichtet:

ENDE

Südamerika

 

SÜDAMERIKA,
vom 28. November bis zum 18. Dezember 2017. 

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28. November,  18 Uhr in Frankfurt. Gleich geht’s nach Sao Paulo, Brasilien.

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29. November

Hatten gut 12 Std. Flugzeit von Frankfurt nach Sao Paulo.

Hier in Sao Paulo muss man tatsächlich das Gepäck übernehmen und zum Weiterflug nach Iguacu in einer großen Schlange wieder übergeben, obwohl wir die Bordkarten längst haben. Eine Besonderheit, vor der das Auswärtige Amt gewarnt hatte. Alle schimpfen. Aber sonst ist alles okay. – Jetzt am Gate 226. Irre Wege bis hier. Alles überfüllt. Riesiger, überforderter Flughafen. Gut, dass wir das Abenteuer lieben…

Inzwischen sind wir von Brasilien nach Argentinien übergewechselt. Es ist hier wunderschön. Hotel Loi Suites, Iguacu.

Über diese Hängebrücke und eine weitere führt der Weg in unser sehr geschmackvolles Zimmer. Die Architektur passt sich sehr der wunderbaren Natur an.

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30. November.

Den ganzen Tag: Iguacu-Wasserfälle! Unglaublich beeindruckend. Sie bilden einen riesigen Halbkreis von 2700 m Breite. Höhe bis zu 82 m. Teilweise wird in großen  Kraftwerken,  die jedoch in der Kulisse nicht erscheinen, Strom produziert, der enorme  ökologische und wirtschaftliche Bedeutung hat.

Im „Devil’s Throat“ war soviel los, dass wir die Hüte kaum halten konnten und trotz Capes von der Gischt sehr durchnässt wurden.


Ein Wikipedia-Bild.


Situation an einer Grenze.

Iguacu bildet ein Dreiländereck mit Brasilien, Argentinien und Paraguay. Jedes der Länder unterhält in Iguacu einen eigenen  Flughafen. Wir  fliegen morgen im argentinischen ab; gekommen  waren  wir  im brasilianischen.

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1. Dezember

Flug nach Buenos Aires und Transfer auf unser Schiff, die Zaandam.


(Die Zaandam lag im Containerhafen.)

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2. Dezember

Buenos Aires hat knapp 4 Mio. Einwohner. Eine unerhört interessante Stadt, die wir per Rundfahrten erkundet haben.

Der erste Stopp führte uns ins farbenfrohe Stadtviertel La Boca mit seiner berühmten, kleinen Straße Caminito, in der eine Vielzahl lokaler Künstler ihre Tangobilder anpreisen.

Am Ende der Avenida de Mayo befindet sich das Kongressgebäude. Auf dem Weg zum Kongressgebäude besuchten wir das Café Tortoni, das traditionellste und älteste Café der Stadt.


Die Floralis Genérica stellt eine riesige Metall-Blume dar. Sie ist im Parque Thays zu finden. Diese überdimensionale Blüte öffnet sich bei Sonnenaufgang und schließt sich bei Sonnenuntergang, in der Nacht leuchtet sie. Geschaffen wurde das zwanzig Meter hohe Kunstwerk von Eduardo Catalano .

Wir überquerten die „breiteste Straße der Welt“ mit 140 m Breite und 20 Fahrspuren, die Avenida 9 de Julio.

An der Plaza de Mayo steht das Denkmal (die Mai-Pyramide) zur Revolution vom 25. Mai 1810, die 6 Jahre später zur Unabhängigkeit Argentiniens führte. Hier nur ein Ausschnitt:



Magna-Carta-Monument an der Av. del Libertador.

Irre groß und voller bemerkenswerter Grabstätten und Mausoleen aus alter Zeit ist z. B. der Friedhof im vornehmen Stadtteil Recoleta.

Hier ist auch das Grab von María Eva Duarte de Perón – Namensgeberin des berühmten Musicals „Evita“ und ehemalige Primera Dama Argentiniens:


(aus Wikipedia)

Die Kathedrale (Catedral Metropolitana Santísima Trinidad) an der Plaza de Mayo war weit über 10 Jahre Sitz des Erzbischofs und Kardinals Jorge Mario Bergoglio SJ, der 2013 zum derzeitigen Papst Franziskus gewählt wurde. Buenos Aires war auch der Geburtsort des Papstes.

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3. Dezember

Montevideo. Haupt-Stadt im doppelten Sinne von Uruguay, das zwar halb so groß wie Deutschland ist, wo aber außerhalb der Metropole (1,3 Mio.) nur weitere 2 Mio. = 9 Menschen pro Quadratkilometer leben.

Die Stadtrundfahrt war hochinteressant.


Erinnerung an eine Charrúa-Indianerfamilie, die ein finales Indio-Massaker 1931 überlebte und nach Frankreich verkauft wurde.


Häufige Baumwuchsform.


Der Ceibo-Baum. „Nationalblume“ Uruguays.

Ertrinkender in einem Marine-Ehrenmal.


La Carreta„, das lebensgroße Ochsenkarren-Denkmal von Belloni.


Im Hintergrund das höchste Gebäude der Stadt, ein Telekommunikationsturm, erbaut von Carlos Ott, der neben vielen anderen bedeutenden Bauwerken auch das sehr ähnliche Hotel Burj al Arab in Dubai entworfen hat. Er wurde in Montevideo geboren.

Schiffsfriedhöfe! Auch das Containerschiff im Hintergrund gehört dazu. Wegen Versicherungsstreitigkeiten unterbleibt oft eine Sicherung bzw. Nutzung der Transportgüter.

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4. Dezember

Ein Seetag mit (trotzdem) interessanten Erlebnissen: Vorträgen zu Kommendem usw. und einem Galadiner – zusammen mit 2 englischen Ehepaaren an „unserem“ Tisch.


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5. Dezember

Noch ein Seetag bis zu den Falkland-Inseln. Die Entfernung dorthin, von Montevideo aus, beträgt ca. 1900 km!



Im Schiff viele Möglichkeiten der Unterhaltung. Hier die Spielhölle.


Wasser und Wärme im „Greenhouse“.

Weihnachtsstimmung Vorbereitendes.

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6. Dezember

Die Falklands sind britisch. Argentinien beansprucht sie auch seit „ewigen Zeiten“ und löste 1982 mit einem Besetzungsversuch den Falklandkrieg aus – und verlor.

Wir mussten mit Tendern über ca. 4 km nach der „Hauptstadt“, Stanley, gebracht werden.

Einige andere mussten wegen des starken Windes bis zu 3 Std. auf das Tendern warten. Wir fuhren mit Bus + Guide zu den interessantesten Plätzen, u. a. Gypsy Cove: Große Flächen, die mit wunderschönem gelbem Ginster bewachsen waren, größere Pinguin-Gruppen – dazu unglaublich starker Wind, der uns trotz immerhin 7 Grad schnell sehr frieren ließ und fast vom Wege warf.


Immer noch Minen-Gefahr.


Unser ziemlich unausstehlicher Guide – und der Wind…

Letzterem mussten wir alle widerstehen.

Man sieht hier auch eines der vielen Schiffswracks.

In der Nähe des Hafens besuchten wir außer dem Museum das Ehrenmal für die im Falklandkrieg (1982), der ca. 1000 Opfer forderte, gefallenen britischen Soldaten. Es wird garniert von einer Ehrung Margret Thatchers, die den Einsatz der Armee befohlen hatte.


Das Haus des Falkland-Governors, der dank des schicken Wintergartens das raue Klima gut ertragen dürfte und ansonsten angeblich wenig gefordert wird.


Eine Sammlung von allerlei Gebein aus Walfängerzeiten.

Weiterfahrt zur Magellanstraße.

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7. Dezember


Etwas für geduldige Neugierige.

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8. Dezember

In Punta Arenas gut angekommen. Sind also jetzt in Chile! Und in „Patagonien„, eine von Magellan stammende Landschaftsbezeichnung. (Wikipedia: Patagonien wird in zwei durch die Anden voneinander getrennte Großlandschaften unterteilt. Es besteht aus Westpatagonien, das überwiegend zu Chile gehört, und dem größtenteils zu Argentinien gehörenden Ostpatagonien.)
Chile hat übrigens nur ca. 4 % Inflation, Argentinien ca. 30%!

Um 1900 zählte Punta Arenas wegen seiner strategisch günstigen Lage an der Magellanstraße zu den bedeutendsten Hafenstädten der Neuen Welt. Noch niemand dachte damals an den Panama-Kanal; alle Schiffe mussten die Südspitze Südamerikas umrunden und in Punta Arenas anlegen. Viele gut erhaltene Bauwerke sind heute noch Zeitzeugen des damaligen Reichtums.

Wieder – für diese Region – recht gute Wetterbedingungen. Gestern abend noch sehr raue See. So aus dem Kabinenfenster:

Jetzt hier in Punta Arenas nur Windstärke 4. Temperatur 7 °C.

Haben einen Landausflug gemacht. Gut 60 km Richtung Süden. Mit dem Bus, aber auch längere Fußmärsche. Im Wesentlichen am Rand der Magellanstraße, die übrigens 1530 entdeckt wurde, der Beagle-Kanal erst 1830.

Unterwegs haben wir das Fort Bulnes besichtigt (Bulnes war ein hoher chilenischer Politiker und Militär, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Magellanstraße in chilenischen Besitz brachte).

Dort neben den historischen oder nachgemachten Holzbauten üppige Vegetation, z. B. Araukarien und Feuerbüsche:


Am Ende der Wanderstrecke schöne Ausblicke über die Magellanstraße hinweg auf die Schneekuppen-bewehrten Berge der Feuerlandseite.

Zurück in Punta Arenas besuchten wir ein Museum der Salesianer, in dem besonders das Leben der Ureinwohner – es gab 4 verschiedene Stämme von Indianern in der südchilenischen Region – beschrieben wurde. Leben? Heute sind alle ausgerottet bzw. gestorben. Vorher wurden sie nach Möglichkeit missioniert.

Dann zum Friedhof. Man streitet angeblich darüber, ob der dortige oder der in Buenos Aires der größte und schönste in Südamerika ist.




Plaza der Stadt: Dort fand gerade ein großes Feuerwehr-Festival statt, an dem auch ein von Deutschland gestellter Zug teilnahm.


An der Plaza Muñoz Gamero erinnert ein Monument an Fernão Magalhães, bekannt unter dem Namen Magellan. Der Seefahrer wird auf einem hohen Podest stehend von einer Meerjungfrau und Tehuelche-Indianern flankiert dargestellt. Am Magellan-Denkmal küsst man den Fuß, um wiederzukommen…



Ein vermögender Privatmann hat die „Nao Victoria Magellans in Originalgröße nachgebaut. Und auch die „Beagle„, mit der Darwin und FitzRoy reisten.



(Kalt und windig war’s leider auch, und der dort sehr häufige Regen erwischte uns schließlich doch.)

Punta Arenas ist mit 130000 Einwohnern eine große Stadt mit ziemlich modernem Gesicht. Fast nur die Strom- und Telefon-Leitungen haben nicht „unseren“ Stand.


Punta Arenas hat selten mehr als 20 °C, kann im dortigen Winter durchaus auch Frost haben. Viel Regen, viel Wind. Also doch nichts für uns…

 

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09. Dezember

Wir kommen gegen Mittag in Ushuaia an, sind dann also wieder in Argentinien. Haben vor dem Frühstück bereits tolle Aussichten auf die Ufer des Beagle-Kanals gehabt. Wie Alpen + Gletscher?





Die Karte soll informieren. Wir haben 3 rote Pfeile aufgeklebt. Je einen für Punta Arenas (oben), Ushuaia und Kap Hoorn. Wir sind von Punta Arenas in der Magellanstraße recht genau südlich in den Pazifik gefahren, dann östlich in den Beagle-Kanal. Morgen geht’s weiter östlich wieder in den Atlantik, dann südlich zur Kap-Hoorn-Umrundung, und schließlich west-nördlich zur chilenischen Küste hoch.

Noch ein paar Bilder hier vom Beagle-Kanal:


In Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, haben wir über den Nachmittag noch eine Bus-Tour gemacht: Zunächst die Route 3 hoch – sie ist das südliche Ende der Panamericana, deren nördliches Ende in Alaska liegt. Dann Richtung Westen in den riesigen (ca. 70000 ha großen) Feuerland-Nationalpark. Dort dominieren eindeutig die Scheinbuchen mit ihren kleinen, harten Blättern. Nadelhölzer gibt es nicht. Auffällig das verbreitete „Indianerbrot„, ein parasitärer Pilz (Cyttaria darwinii), der als Epiphyt auf vielen Bäumen wächst.


Unsere Guide gratulierte uns zu dem guten Wetter. Es gebe dort nur 20 – 25 Sonnentage im Jahr!



Im Park war auch das südlichste, das „Postamt am Ende der Welt„.

Wir schlossen den Ushuaia-Trip mit einem Besuch in einem alten, sehr argentinischen Café ab.

Dann zurück zur Zaandam, die an der Pier wartete.

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10. Dezember

Gegen 6 Uhr in der Frühe haben wir das Kap Hoorn umrundet – so früh, dass wir es nur von hinten zeigen können, denn der Kapitän, dieser Feigling, ist wegen der Windstärke nicht weiter westlich gefahren, sondern zurück, um durch den Beagle-Kanal und den Cockburn-Kanal zum Pazifik zu kommen. So können wir gegen 7:30 Uhr nur noch Windstärke 8 nachweisen.




Aber wir sind jetzt Kap Horniers. Oder ähnliches.

(Kap Hoorn halten wir für richtig, weil nach der niederländischen Stadt Hoorn benannt.)

Am Abend war starker Wind. Im Speisesaal, vor allem hinter dem Buffet, flog so einiges durch die Gegend. Durchsage “ Remain seated“ usw. – Aber wir haben überlebt.

Noch zu Ushuaia: War Strafkolonie. Jetzt keinerlei Steuern. Gas extrem billig. Guide: „Wir haben die Heizung eigentlich immer eingeschaltet…“

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11. Dezember

Unser Schiff hat an die 24 Std. gebraucht, um sich zum Pazifik durchzukämpfen . Jetzt scheint es den Schutz der Fjorde zu nutzen.

Ansonsten scheint es ein ruhiger Tag zu werden, an dem man so dies und das erledigen kann.

Sarmiento-Kanal: Hier wurde es noch aufregend. Ein riesiger Gletscher füttert die See mit großen Eisfeldern.


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12. Dezember

Viel Regen in der Nacht. Aber jetzt wieder wunderschön. Wir haben einen tollen Raum gefunden im 9. Deck, ziemlich genau über dem Bug, gleich unter der Brücke – wir können den Kapitän kontrollieren!


Schön ruhige See – wir sind ja auch im Pazifik!

Bei der Weiterfahrt nach Puerto Montt durch die chilenischen Fjorde sehen wir wunderschöne Panoramen! Hoch aufgetürmte Felsenmassen mit Eis-/Schneekappen. Die Anden eben. Man begreift, dass das „schmale“ Chile keine Nord-Süd-Straße bauen konnte, zumindest bisher. In Ushuaia, das so sehr auf der Grenze liegt, dass verschiedenfarbige chilenische und argentinische Briefkästen aufgestellt sind, erfuhren wir, dass man, um zur 2500 km entfernten Hauptstadt Santiago de Chile zu kommen, in der Stadt nach Argentinien „einreist“, in Argentinien die Riesenstrecke hochfährt und dann über die Anden wieder nach Chile und dessen Hauptstadt kommt. Alternativ kann man natürlich mit Schiff oder Flugzeug reisen.

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13. Dezember

Anlandung, wieder mit Tenderbooten, in Puerto Montt, einer Großstadt mit über 200000 Einwohnern. Mit dem Bus nach Puerto Varas am See Llanquihue, wo vornehmlich deutsche Einwanderer deutliche Spuren hinterlassen haben.

Wunderschöne Rosen in Puerto Varas, der „Rosenstadt“.

In der Nähe ist der „Fuji Chiles“, der Osorno, 2652 m hoch, zuletzt 1869 aktiv.

Ein besseres Bild mit weniger Wolken aus dem Internet:

Der benachbarte Calbuco ist zwar kleiner (gut 2000 m), aber oho: An die 10 Ausbrüche in den letzten 150 Jahren. Zuletzt 2015 kam es zu einem explosiven Ausbruch, bei dem eine Aschewolke über 15 Kilometer hoch stieg und Lava-Ausfluss beobachtet wurde. Der chilenische Innenminister ordnete die Evakuierung eines Gebiets im Umkreis von 20 Kilometern um den Calbuco an. Es wurde im Umkreis von 30 Kilometern um den Vulkan mit Niederschlag von bis zu 1,5 Meter Asche gerechnet, berichtet wird von bis zu 50 cm tatsächlich gefallener Asche. Häuser brachen zusammen. Wir bewunderten meterhohe Wälle aus Vulkanasche. Und natürlich am Fuß des Osorno die beeindruckenden Wasserfälle und Stromschnellen, die Saltos de Petrohué.



 

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14. Dezember


Wie wenig „Gewicht“ doch unsere ca. 5000 km Schifffahrt – bezogen auf den Kontinent – haben!

Ruhige Weiterfahrt Richtung San Antonio, wo wir morgen ausgeschifft werden, um uns noch bis zum 17. in Santiago de Chile und Valparaíso umzusehen. Sehen immer wieder Delphine. Wale nur einmal.

Unser „roomboy“ Yunus, Philippino wie fast alle Bediensteten hier, überrascht fast jeden Tag mit neuen Handtuchfiguren. Beispiele:

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15. Dezember

San Antonio. Gehen an Land.




Noch vom Frühstückstisch…


Noch vom Schiff…

Viel Zeitaufwand, bis alle Transfer-/Zollabwicklungen durchlaufen waren, aber was will man bei fast 1,5 Tausend Menschen erwarten? Unsere Gruppe, ein Bus, mäßig voll, mit einer Führerin, die man leider immer wieder zum Informieren überreden musste…

Wir erfuhren, dass San Antonio von den Kreuzfahrtschiffen „genommen“ wird, weil Valparaisos Hafen häufig bestreikt wird – schlimm natürlich für Cruisers.

Ein Stündchen Fahrt über Viña del Mar nach Valparaíso. In Viña bedeutendes Museum (Fonck) über die Osterinsel, die doch ca. 4000 km entfernt liegt, aber zu Chile gehört.

In Valparaiso ganze Straßenzüge mit gehobener Graffiti-Kunst besichtigt. Mit dieser Bahn kommt man am leichtesten dorthin:


Valparaíso ist berühmt für Graffiti. — Die Kabelverlegungs-Kunst beeindruckt aber auch:

Anschließend 1,5 Std. Fahrt landeinwärts nach Santiago, wo 7 Mio. der insgesamt 17 Mio. Chilenen leben. 33 °C.

Stadteinwärts kamen wir über lange Strecken am Mapocho vorbei. Uns fielen die unglaublichen Müll- und Unratmengen auf, die an den Flussufern angehäuft waren.

Mitten in der Stadt herrschte ein viel besserer Zustand an den Ufern, allein das Wasser – es floss sehr schnell – sah tiefbraun aus.

Viele herrenlose Hunde – laufend oder liegend – auf den Bürgersteigen.

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16. Dezember

Grandioses Santiago!


„Weihnachten“ schon reichlich. Hier im Hotel.
Schrille Weihnachtsmusik auch überall.

Waren, Pilipps Empfehlungen folgend, auf dem Cerro Santa Lucia




… und dem Cerro San Cristóbal.









Santiago tanzt viel und gern. Hier vor dem Hotel:

Haben uns in den unzähligen Shops und Restaurants in der Pio Nono umgesehen. Der chilenische Wein ist gut!  …

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17. Dezember

Rückflug von Santiago de Chile über Sao Paulo, Brasilien, und Frankfurt.

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18. Dezember

Ankunft in Hannover?

Pustekuchen!


Cancelled!

Ersatz gefunden mit Flug nach Münster. Gepäck würde, sagte Herr Dannem von Lufthansa, selbstverständlich umgeleitet. Wurde aber nicht. Vielleicht kommt’s noch…

Nachtrag: Am 19. kam’s!

ENDE